Dienstag, 4. Mai 2021

Imkerei und Obstveredelung Tritschler

im Rahmen der Recherche Streuobstwiesen im Ländlichen Raum 
haben wir diesen Kontakt entdeckt 


Imkerei - Obstveredelung Tritschler

Der Ursprung der Imkerei Tritschler liegt in den ersten Nachkriegsjahren des letzten Jahrhunderts. Zu dieser Zeit hatte die Bedeutung der Bienenhaltung, sowie der Landwirtschaft noch einen höheres Maß an Akzeptanz. Johann Tritschler begann um diese Zeit mit der Haltung von Honigbienen (Apis mellifera) in seinem Hausgarten in Hartheim am Rhein.

Die ersten Völker von Johann Tritschler wurden in dem sog. „Badischen-Maß" gehalten. Dieser Beuten-Typ ist heute vergleichbar mit der Hinterbehandlungs-Beuten  oder dem Schweizerkasten.


Im Laufe der Jahre wuchs die Hobby-Imkerei kontinuierlich an und bald darauf mussten Völker das heimische Grundstück verlassen und wurden in den Rheinwald zwischen Hartheim und Grezhausen umgesiedelt. Schon zu dieser Zeit wurden kleine Wanderungen in den Schwarzwald um Weißtannenhonig bzw. Fichtenhonig zu ernten durchgeführt.


Anfang der 80er Jahre übernahm der zweite Sohn von Johann Tritschler, Peter Tritschler die Imkerei von seinem Vater und brachte neue modernere Imkertechniken in die Betriebsweise ein. Das bisher verwendete, meist eher umständliche „Badische-Maß" wurde durch Zander-Magazine   ersetzt. Von nun an konnte einfacher mit Honig- und Brutraum gearbeitet werden. Die einzelnen Magazine konnten flexibler eingesetzt und transportiert werden.


Die Vorteile der heutigen Imkerei mit Magazinbeuten besteht ganz vornehmlich in der Flexibilität der Beuten und Waben, die Honiggewinnung, die Königinnenzucht, das Ernten von Pollen und Propolis sowie der Wanderung. Speziell für die Wanderung war dies ein großer Fortschritt, von nun an konnte einfacher Bienenvölker vom Rheinwald in den Schwarzwald transportiert werden. Da die Beuten nicht mehr in einem Bienenhaus  untergebracht waren, sondern einzeln oder in Gruppen im Freien aufgestellt sind. So konnte flexibler auf die vorhandenen Abstellflächen für die Völker bei der Wanderung reagiert werden.

Mitte der 1990er Jahre stieg die dritte Generation mit Manuel Tritschler in die Hobby-Imkerei ein. Früh fand er Interesse an den fleissigen Bienchen und baute sein Wissen durch Fortbildungen und Lehrgänge weiter aus. Mit Ende der Schulzeit widmete er sich ganz den sechsbeinigen Insekten durch das Studium der Agrarbiologie an der Universität Hohenheim mit Abschlussarbeit an der Landesanstalt für Bienenkunde mit dem Thema „Untersuchungen zur Bestäubung von Obstblüten durch Bienen und Hummeln".

Um sein Fachwissen auch in der Paxis zu erweitern, schloss er im Jahr 2012 am Regierungspräsidium Stuttgart die Prüfung zum Tierwirtschaftsmeister Fachbereich Imkerei (Imkermeister) mit dem Thema „Was bringt die Entnahme der Drohnenbrut?" ab.

Ferner wurde die Hobbyimkerei Stück für Stück modernisiert, von der Gewinnung des Honigs bis zur Führung der Völker brachte er durch seine Aufenthalte an diversen Instituten neue Ideen und Erfahrungen in den praktischen Betrieb ein.

Heute ist die Imkerei kombiniert mit der Produktion von Honig und der Bestäubung der eigenen Streuobstwiesen die zu Apfelsaftproduktion genutzt werden.

Bedingt durch die beruflichen Aktivitäten ist die Imkerei nur als Hobby zu bewältigen, da eine Bienenhaltung nach guter imkerlicher Praxis sehr zeit- und arbeitsintensiv ist.



Honigbienen (Apis mellifera)
Honigbienen sind soziale Insekten, d.h. sie leben in Gemeinschaften mit einer Königin, mehreren tausenden Arbeiterinnen und einigen hundert Drohnen im Frühjahr und Sommer. Die Königin und die Arbeiterinnen leben das ganze Jahr, wohingegen die Königin zwischen 3-4 Jahre alt werden kann und die Arbeiterinnen im Frühjahr/Sommer zwischen 4-6 Wochen und im Winter bis zu 6 Monaten leben. Drohnen werden nur im Frühjahr/Sommer zu Begattung neuer Königinnen produziert und Ende Sommer (Juli/August) von den verbleibenden Arbeiterinnen aus dem Stock verwiesen.


Ein Honigbienenvolk kann im Frühjahr bis zu 60.000 Bienen enthalten und im Schnitt zwischen 25-30kg Honig im Jahr produzieren. Zur Bestäubung auf Agrarflächen werden Honigbienen gerne eingesetzt, da sie im zeitigen Frühjahr mit einer beträchtlichen Stärke an Sammlerinnen ausfliegen können um die Bestäubungsleistung der Agrarkultur zu sichern. Für 1 ha Obstplantage werden im Schnitt zwei Bienenvölker von je ca. 30.000-40.000 Bienen benötigt.


Hummeln und Wildbienen dienen der Bestäubung auf ihre eigene Weise. Sie fliegen bei wesentlich kühleren Temperaturen als Honigbienen und können als einzel Individuum mehr Blüten am Tag besuchen als die Honigbienen. Leider sind sie durch ihre geringe Anzahl im Frühjahr natürlicherweise nicht so vertreten und leisten damit nur einen kleineren Bruchteil zum Wohl der Bestäubung.



Hummeln (Bumbus spp.)
Hummeln, leben in eusozialen Verbindungen, d.h. nur die Königin überwintert in einer Art Schockstarre die kalten Wintermonate und beginnt im Frühjahr einen neue Kolonie zu bilden. Diese wächst über die Sommermonate stetig an, produziert selbst wieder neue Königinnen die im darauffolgenden Jahr wieder neue Kolonien bilden. In unseren Breiten ist Bombus terrestris (siehe Bild) im Sommer meistens anzutreffen. Hummeln sieht man oft an frisch blühendem Löwenzahn (Taraxacum officinale), Obstblüten oder in Gärten an Blüten Pollen und Nektar sammeln. Typisch für Hummeln ist ihr fast kugelförmiger behaarter Körper, der sich durch tiefes brummen im Flug bemerkbar macht.



Wildbienen (Apidae spp.)
Leben als Einzelgänger, d.h. sie bilden keine Staaten und überwintern nicht gemeinsam. Jedes Weibchen sorgt für ihre eigenen Nachkommen die sich wiederum selbst um ihr Überleben kümmern müssen. Wildbienen kann man sehr gut helfen, in dem man sog. Wildbienenhotels baut und ihnen Möglichkeiten zum Misten und zur Ernährung durch Blütenstreifen bereitet.


http://www.naturenergie.de/cms/medienboard/pdf/privatkunden/2013_03_Naturkunde.pdf
http://www.badische-zeitung.de/hartheim/junger-imker-nachwuchs-aus-hartheim--67794213.html
https://www.uni-hohenheim.de/fileadmin/einrichtungen/bienenkunde/Downloads/Jahresbericht/2010_jahresbericht_lab_.pdf