Dienstag, 24. März 2020

Partnergemeinde Jasper

  • Freiburg | Dienstag, 24. März 2020 | Lokales | Seite 27
    „Wenn ihr könnt, schickt Ausrüstung“
    ... Westen der USA, wo Pfaffenweiler mit Jasper verschwistert ist, scheint man sich der ... Fälle getestet, die ins Krankenhaus kommen. Jasper Eigentlich wollten Pfaffenweiler und Jasper, die Partnergemeinde in den USA, im Juni ... Pfaffenweiler und lebt seit 33 Jahren in Jaspereiner 15 000-Einwohner-Gemeinde im...
     
Von Jannik Jürgens 
HEXENTAL/BATZENBERG. Das Coronavirus ist ein weltweites Problem. Doch es betrifft die Partnergemeinden des südlichen Breisgaus unterschiedlich. In Norditalien, wo Schallstadts Partner Rosà liegt, spitzt sich die Lage zu. Im Mittleren Westen der USA, wo Pfaffenweiler mit Jasper verschwistert ist, scheint man sich der Gefahr noch nicht recht bewusst zu sein.
JASPER

Eigentlich wollten Pfaffenweiler und Jasper, die Partnergemeinde in den USA, im Juni ihre 35-jährige Freundschaft feiern. Doch daraus wird nun nichts. „Wir haben die Feier ins kommende Jahr verschoben“, sagte Bürgermeister Dieter Hahn. Diese Entscheidung trafen Hahn und sein Kollege Dean Vonderheide bereits am 13. März per Telefonkonferenz. Das war einen Tag, nachdem US-Präsident Donald Trump ein Einreiseverbot für Europäer ausgesprochen hatte. Zwar sollte die Feier in Pfaffenweiler stattfinden. „Doch uns allen war die Unsicherheit und die Dynamik der Lage zu groß“, sagte Hahn. Nun sollen die Amerikaner im kommenden Jahr zu Besuch kommen. 
Ein Höhepunkt der Feier soll ein Theaterstück zur Auswanderergeschichte werden, gespielt von einem Hamburger Ensemble im Steinbruch. „Der Chef hat uns schon eine Zusage für den Termin im kommenden Jahr gegeben“, sagte Dieter Hahn.

Matthias Hilger kommt aus Pfaffenweiler und lebt seit 33 Jahren in Jasper, einer 15 000-Einwohner-Gemeinde im Mittleren Westen der USA. Hilger sagt: „Viele hier haben die Ernsthaftigkeit der Lage noch nicht erkannt.“ Zwar habe der Gouverneur Schulen geschlossen und der Bevölkerung empfohlen, zuhause zu bleiben. Auch für die Versorgung nicht notwendige Läden sollten schließen. Doch bisher könnten sich Betreiber selbst entscheiden, und in dieser Woche hätten noch viele Geschäfte geöffnet. Zahlreiche Menschen seien unterwegs, trotz der Warnungen. Dass es in den USA bisher keine flächendeckenden Virustests gab, bestätigt Hilger. Jetzt habe allerdings auch in Jasper ein Testzentrum eröffnet.

Doch: „Wenn die Krankenkasse nicht zahlt, kostet ein Test 1000 Euro“, sagt Hilger, der selbständig im Holzhandel arbeitet. Hilgers Krankenkasse würde für den Test momentan nicht aufkommen. Die Freundschaftsfeier zu verschieben, sei die absolut richtige Entscheidung gewesen, sagt Hilger. Auch wenn das zu dem damaligen Zeitpunkt nicht einfach gewesen sei. Eigentlich ständen für ihn nun wichtige Messen der Holzbranche an. Doch die sind abgesagt worden. Nach 33 Jahren in den USA will er sich nun mit dem Beantragen der amerikanischen Staatsbürgerschaft beschäftigen. „Die Zeit dafür habe ich ja jetzt.“
Quelle: BZ 24.03.2020