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Dienstag, 7. Juli 2020

Denzlingen: Podiumsdiskussion „Wald im Wandel“ 10.07.2020, 20h


Die Podiumsdiskussion „Wald im Wandel" mit dem Bundestagsabgeordnetem Christoph Hoffmann (FDP), 

dem Förster Bernd Nold und Gregor Falk findet statt am Freitag, 10. Juli, 20 Uhr im kleinen Saal des Kultur- und Bürgerhaus Denzlingen.

Eine Anmeldung ist erforderlich unter fdp-d-w-s@gmx.de. Quelle BZ  


siehe auch 
Gregor Falk (52) lebt seit 2005 in Denzlingen. Er ist Professor für Geographie an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg. 
Seit 2017 ist er Mitglied der FDP, er kandidierte für den Gemeinderat und für das Europaparlament.



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Deutsche Weinrecht wird reformiert

dienstag, 7. juli 2020

Abschied von der Spätlese 

Das deutsche Weinrecht wird reformiert und stellt die Herkunft ins Zentrum statt des Zuckergehalts


Von Gerold Zink 

FREIBURG
. Das deutsche Weinrecht wird reformiert. Zum 1. Januar 2021 soll die Neufassung in Kraft treten. Wichtigste Änderung: Die Qualität der Weine wird nicht mehr in erster Linie über den Zuckergehalt der Trauben definiert, sondern über ihre Herkunft. Weine aus geographisch eng begrenzten Einzellagen bilden in Zukunft die Spitze der Qualitätspyramide. Auf dem Etikett sollen die Verbraucher leichter die Wertigkeit der Tropfen erkennen können. Außerdem soll künftig das, was auf dem Etikett steht, auch in der Flasche drin sein. 
Warum wird das
Weingesetz geändert? 

In Ländern wie Italien oder Frankreich steht bereits seit mehr als 100 Jahren der Ort, an dem die Trauben wachsen, im Mittelpunkt. Rebsorten, Zuckergehalt des Mostes und der Jahrgang spielen eine eher untergeordnete Rolle. Das EU-Recht orientiert sich bereits seit vielen Jahren an diesem Modell. Deshalb muss nun auch Deutschland sein Weinrecht ändern und anpassen. Bereits seit mehreren Jahren wird in den deutschen Weinbauregionen und im Bundeslandwirtschaftsministerium darüber diskutiert. Nun hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) einen Gesetzentwurf vorgelegt. Vor wenigen Tagen haben sich die deutschen Weinbauregionen final abgestimmt. Unstrittig ist, dass künftig die Herkunft der Trauben das wichtigste Qualitätsmerkmal sein soll. Im Detail gibt es aber noch Unterschiede. Der Zeitplan sieht vor, dass noch in diesem Jahr das neue Weinrecht im Bundestag und im Bundesrat behandelt werden soll. 

Ist es leicht, einen 
Konsens zu finden? 

Nein, im Gegenteil. Denn Weingüter, Winzergenossenschaften und Weinkellereien haben oft unterschiedliche Interessen. Deshalb wird auch das neue Weinrecht sehr kompliziert sein. Da sind sich alle einig. „Selbst Mitglieder von Weinbauverbänden verstehen auf Anhieb nicht alles", sagt Peter Wohlfarth, Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbandes. Dennoch steht er hinter den Änderungen, sollen sie doch die Chancen der heimischen Weine auf dem extrem hart umkämpften deutschen Weinmarkt erhöhen. Dies ist zweifellos nötig: Denn in den vergangenen zehn Jahren haben die deutschen Winzer zehn bis zwölf Prozent Marktanteil an ihre ausländischen Konkurrenten verloren. 

Wie könnte die neue 
Qualitätspyramide aussehen? 

Stufe 1 (unterste Kategorie): Bezeichnung: „Deutscher Wein"; Ertrag bis zu 200 Liter Most je Ar Reben; Angabe einer Rebsorte ist nicht erlaubt; die Trauben dürfen aus ganz Deutschland kommen; Beispiel: „Deutscher Wein Weißwein trocken".
Stufe 2: Bezeichnung: „Landwein"; sie stellt bereits eine geschützte geographische Angabe wie Schwarzwälder Schinken oder schwäbische Maultaschen dar; Nennung der Rebsorte erlaubt; Ertrag bis zu 110 Liter je Ar; Beispiel: „Landwein Oberrhein Müller-Thurgau trocken"; eine Kellerei aus der Ortenau hat „Landwein Schwarzwald" vorgeschlagen, um den großen Bekanntheitsgrad des Schwarzwaldes zu nutzen. 
Stufe 3a: Qualitäts- und Prädikatsweine; Produktion höchstens 90 Liter je Ar; ab dieser Stufe darf das Anbaugebiet Baden genannt werden, Beispiel: „Baden Weißburgunder trocken".
Stufe 3b: Badische Weinbaubereiche dürfen auf dem Etikett stehen; Beispiele: „Kaiserstühler Grauburgunder trocken" oder „Markgräfler Gutedel"; Ziel des Badischen Weinbauverbandes ist es, dass diese Bereichsweine bisherige Großlagenbezeichnungen wie „Burg Lichteneck" oder „Ihringer Vulkanfelsen" ablösen; hier soll es eine Übergangsregelung bis 2026 geben.
Stufe 3c: Ortsweine, Ortsnamen dürfen genannt werden; Beispiel: „Durbacher Riesling Spätlese trocken". Bei den Ortsweinen werden laut Wohlfarth höhere Kriterien an den Reifegrad der Trauben gestellt; die bisherigen Qualitätsbezeichnungen Kabinett, Spätlese, Auslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein dürfen zunächst weiter verwendet werden – Änderungen wird es hier wohl erst in einigen Jahren geben.
Stufe 3d (höchste Qualitätsstufe): Einzellagen oder Gewanne dürfen auf dem Etikett stehen; Beispiel: „Malterdinger Bienenberg Spätburgunder trocken"; die Trauben müssen aus dem Bienenberg in Malterdingen kommen, die Parzelle ist geographisch genau abgegrenzt. 

Was kann Baden
selbst bestimmen? 

Am 15. März 2018 hat der Badische Weinbauverband als erster Weinbauverband Deutschlands eine sogenannte Schutzgemeinschaft gegründet. In ihr sitzen Vertreter von Genossenschaften, Weingütern, Kellereien und Traubenproduzenten. Sie stellt quasi die Vorstufe eines Branchenverbandes dar, zum Beispiel wie Champagne in Frankreich oder Barolo in Italien. Die Schutzgemeinschaft darf weitere Kriterien für die Profilierung badischer Weine festlegen. So könnte sie beispielsweise bestimmen, dass in Einzellagen nur badische Burgundersorten angebaut, je Ar nur eine gewisse Menge geerntet und badischer Wein nur in Baden abgefüllt werden darf. Sie dürfte neue Rebsorten zulassen oder alte verbieten. 
Auch wenn das neue Weinrecht sehr kompliziert ausfallen wird, ist der Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbandes frohen Mutes, dass es den heimischen Winzern helfen wird, Marktanteile zurückzugewinnen: „Wir schaffen damit mehr Transparenz. Aber es wird sicherlich eine Weile dauern, bis es alle Verbraucher verstanden haben." Quelle BZ  

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